Sauberes und klares Heizungswasser

Trotz Spülung von wasserführenden Heiz- und Kühlkreisläufen ist bei ca. 95 % der Anlagen das Energieträgermedium eher schmutzig. Laut neuer VDI2035 soll es jedoch sauber und klar sein, was sich im Handumdrehen mit dem Bypassheizungsfilter HENRY HF10 ohne Betriebunterbrechung einfach mikrosauber nachfiltern läßt …

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Folgend das Wissenswerteste aus dem Expertentalk als Fragen und Antworten zusammengefasst zum Nachlesen:

Mike
Udo, heute haben wir das Thema sauberes Heizungswasser. Also je sauberer, umso besser, das weiß jeder. Wie kriege ich das Heizungswasser richtig sauber? Nach Normen und Richtlinien soll das Wasser klar und sauber sein, frei von sedimentierenden Stoffen. Also im Grunde genommen soll das aussehen wie Trinkwasser, – im Grunde genommen so. Klares Wasser. Und die Frage stellt sich: Wie bekommt man aus…

… dieses Wasser. Ja, kleines Kunstwerk. Da steht ihr täglich vor der Herausforderung. Deshalb haben wir das Thema aufgegriffen, für euch, weil von 100 Anlagen sind 99 eher braunes Wasser. Eher so, nicht? Und Ziel aber, aller Normen und Richtlinien, ist so. Bedeutet im Umkehrschluss: Wenn heute eine Abnahme ist, eine Anlagen-Abnahme, kommt der Werkskundendienst, schaut sich das Wasser an; und es gibt da drei Anforderungen: kalkfrei, korrosionsfrei, sauber und klar. Und der sieht so ein Wasser.

Udo
Herzlichen Glückwunsch! VDI 2035 nicht erfüllt, keine Gewährleistung.

Mike
Ist das Gespräch beendet. Und da wollen wir euch aus der Falle raushelfen, dass ihr da nicht erst frustriert untergeht.

Udo
Ja, wie machen die Kollegen das?

Mike
Wie wird es denn bisher gemacht, im Markt?

Udo
Schlammabscheider. Schlamm abscheiden, bedeutet klares Wasser. Ist jetzt ein Problem, ein kleines, wenn ich mal hier reinschaue, bei der Maschenweite.

Mike
Vielleicht kannst du es sogar richtig in die Kamera halten, dann kann man nämlich schauen.

Udo
So, bei dieser Maschendraht-Weite wird es schwierig, den Schlamm rauszukriegen. Ich sage mal: Alles, was kleiner wie ein Goldfisch ist, schwimmt da schon mal durch.

Mike
Ja, ich meine, es ist ja vielleicht auch wichtig, an der Stelle zu sagen- Könnt ihr mich sehen, ja? Es ist ja schon wichtig, an der Stelle zu sagen: Es gibt natürlich unterschiedliche Verfahren zur Trennung von fest und flüssig – das ist Jahrtausende alt. Das älteste Verfahren ist die Sedimentation, dieses Verfahren finden wir hier. Schlammabscheidung, wie der Name schon sagt, ist Sedimentation. Das heißt, das Partikel muss schwerer sein als das Wasser und findet in dieser Beruhigungszone die Möglichkeit, abzusinken.

Mike
Also prinzipiell gut gedacht, weil wenn das nämlich direkt in der Hydraulik integriert ist, dann ist es natürlich logisch: wenn das sehr fein wäre, dann könnte es zumachen.

Udo
Genau, dann haben wir das nächste Problem, dann haben wir eine Funktionsstörung, weil kein Durchfluss mehr ist.

Mike
Dann hast ein hydraulisches Problem. Also ist ein kleines bisschen wie gewollt, aber nicht…

Udo
…gekonnt.

Mike
Tja, also: Wird sehr verbreitet eingesetzt, möglicherweise, weil viele vielleicht im Markt noch nicht weiter gedacht haben, sage ich mal vorsichtig, oder?

Udo
Nee, sehe ich auch so.

Mike
Und da drin eben so den Kompromiss gesehen haben.

Udo
Ich leg ihn mal auf die Seite.

Mike
Den gibt es ja auch mit Magnet, also Magnetitabscheider – auch pfiffig gedacht, vor allem sehr visuell wirksam, kann man sagen. Weil, wenn der Heizungsbauer so was einbaut, dann hat er natürlich hier und da auch Magnetit-Partikel und dann kann er die schön abmachen, mit so einem Magneten. Ja, die sind jetzt relativ überschaubar, in unterschiedlicher Größe, als Manschette, als Stab. Da gibt’s verschiedenste Ausführungen. Zumindestens hat man was dran zu tun und sieht auch was.

Udo
Genau, aber es gibt noch einen viel größeren Magneten in der Anlage: die Heizungspumpe.

Mike
Ja genau, die Heizungspumpe hat einen größeren Magneten, deshalb hat die Heizungspumpen-Industrie natürllich flugs gesagt: „Hoppala, am besten Garantie nur mit Schlammabscheider mit Magnetitabscheidung dran, also mit Magnet.“ Im Grunde genommen nur ein Spielzeugmagnet, der ist extra für Installateure entwickelt worden. Ja, will natürlich keiner hören, aber ist im Grunde genommen auch sehr naheliegend. Weil, wenn man es nämlich zu Ende denken würde, dann fällt einem auf: Wenn diese Partikel schwerer sind als Wasser und als Schlamm im System in Taschen irgendwo sich abgesetzt haben, dann ist das, was am Schlammabscheider vorbeikommt, ja nur ein kleiner Bruchteil. Das heißt, der meiste Teil kommt nie an diesem Schlammabscheider vorbei.

Hinzu kommt, dass 80 Prozent im Heizungswasser gar nicht magnetisch ist. Zum Beispiel Rost, Kalk ist nicht magnetisch. Also das, was wir an Färbung im Wasser sehen, Rost, Wasser, braune Brühe, ist zum Großteil gar nicht magnetisch.

Udo
Vielleicht, Mike, können wir ja gern mal die Ursachen bekämpfen und nicht nur die Symptome.

Mike
Im Grunde genommen ist die Filtration, da hast du schon recht- Wenn man mit einem Schlammabscheider arbeitet, wird man nicht zum Ziel kommen. Das ist sehr frustrierend, weil das Meiste in der Anlage als fester Belag oder als Schlamm in Taschen sitzt. Um hier noch mal zu verdeutlichen, schaut euch das an… Wie soll man das rausbekommen, mit einem Schlammabscheider?

Udo
Man sieht’s ja jetzt schön. Hier unten hast du noch Satz drin in diesen Taschen, die hier unten an der Flasche sind.

Mike
Das könnte jetzt ein Heizkörperglied sein, dann ist es unten in der Tasche.

Das kommt ja gar nicht da vorbei. So, das heißt, man müsste im Grunde genommen erst mal verstehen, dass so’n Schmutz die Filtration, wenn wir von Filtration sprechen- Das ist ein anderer Gang. Das, was wir gerade besprochen haben, war Abscheidung durch Schwerkraft, – „Schwerkraft-Filtration“ könnte man es nennen, Sedimentation, Schwerkraft-Sedimentation. Im Vergleich zur Filtration wird ein Partikel entsprechend seiner Größe zurückgehalten. Das bedeutet, der Filter hat eine bestimmte Feinheit und lässt Partikel, die größer sind, nicht durch. Ganz banal.

Also wenn man jetzt einen Oberflächenfilter nimmt – ich habe jetzt hier mal so einen Edelstahlfilter mit 50 oder 80 My –, der ist jetzt schon recht fein. Der ist ungefähr das Tausendfache von so einem Schlammabscheider, nur allein in der Oberfläche; und dann noch in Falten gelegt. Das ist ein Edelstahlfilter, ein Mehrwegfilter in dem Falle. Und da muss das Wasser- Durch diese ganzen Lamellen muss das dann durch und die Partikel bleiben außen drauf, bilden einen Kuchen. Das heißt, irgendwann wird er auch dichter, durch den Kuchen und dann kann man den abspülen und abbürsten.

Das ist ein Oberflächenfilter. Kuchenbildung erwünscht.

Udo
Aber ganz wichtig: Den können wir im Heizungssystem nur im Nebenstrom einsetzen.

Mike
Genau. Wenn ich den jetzt einbauen würde, dann würde es ganz kurze Zeit dauern, dann würde sich der Kuchen bilden, er macht dicht und dann fällt die Hydraulik aus. Fertig. Gut, also auch noch nicht die Lösung, eins zu eins, ja? Jetzt gibt’s sogar noch die Steigerung, wenn man dann schon in die Nähe kommen würde von diesen ganz feinen Partikeln. Also wenn man jetzt diese ganz feinen Partikel rausnehmen wollte, dann müsste man sich der nächsten Stufe bedienen. Das ist eine Tiefen-Filtration, seht ihr?

Das ist ein Filter, da muss das Wasser durch zwei Zentimeter Filterwand durch, ja? Wenn das Wasser jetzt gröbere Partikel hätte, würde das hier auch draußen darauf einen Kuchen bilden. Das wäre bei diesem Filtrationsverfahren kontraproduktiv, weil dann die Partikel, die feineren, gar nicht mehr durch können und gar nicht mehr rausgenommen werden können. Das heißt, man geht da deswegen sinnvollerweise stufenweise vor – je nach Korngröße der Partikel –, erst grob, dann fein und dann gäb’s noch die dritte Stufe: mikrofein. Da würden wir dann auch Farbe, Geruch, Geschmack rausnehmen.

Das wäre dann neutral. So, wenn wir jetzt von der Filtration sprechen: Filtration ist das einzigste Verfahren, eine Mikrofiltration, wo wir aus diesem Wasser sauberes, klares Wasser machen können. Anders geht’s nicht. Aber wie schaffen wir das, wenn wir nämlich die Hydraulik nicht stören wollen?

Udo
Nein. Also ich sage mal, die Filter jetzt auf den Kessel legen, oder neben die Pumpe legen: Wird nicht funktionieren, auf Dauer.

Mike
Wahrscheinlich.

Udo
Ich glaube, dafür haben wir auch ein Gerät. Das ist der Henry HF10.

Mike
Richtig. Das ist ein Bypass-Filter. Das Gehäuse ist 120-Grad-Temperatur-beständig. Es wird im Bypass angeschlossen, temporär, das heißt, nur eine bestimmte Dauer; ein bis vier Wochen läuft der im Teilstrom mit. Und da kann man dann diese Filterpatronen, die wir gerade hatten – diesen Edelstahl oder den – einsetzen. Ja, setz mal da ein. Genau.

Udo
Vier Wochen schrauben und schon ist er auf.

Mike
So, genau. Hier ist eine O-Ring-Dichtung. Da muss man immer ein bisschen schauen, fetten, und dass da kein Schmutzpartikel drin ist. So sieht das aus. Und dann kommt der Filter rein, dann ist es erledigt, ja? Also das kann man sich vorstellen.

Udo
Gewinde gerade ansetzen.

Mike
Du darfst wieder zuschrauben, jawohl. Ja, das ist jetzt schon sehr einfach gemacht. Da gibt es einen Schlüssel dazu, hier ist auch eine Entlüftungsschraube.

Udo
Genau, hier noch mal entlüften.

Mike
Ja, genau. Einfach Schraubenzieher, ein bisschen öffnen und dann kommt’s raus.

Udo
Wenn der Filter erschöpft ist, können wir hier absperren. Also nicht nur das Heizungssystem entleeren, oder teilentleeren.

Mike
Nein, gar nicht. Also natürlich ist es schlau, wenn man deswegen in jeder Anlage diese Bypassarmatur drin hat, weil dann kann ich elegant jederzeit einen Filter anschließen – also einfach schöne Nacharbeit. Du hast alles richtig gemacht, hast mit kalkfreiem Wasser gespült und gefüllt, hast einen Korrosionsschutz drin, und jetzt willst du noch die Symptome rausnehmen, die hier und da noch sich mobilisiert haben im System, also die da einfach noch irgendwo in der Tasche gehangen haben. Ja, dann hängst du den gerade hin, filterst das elegant raus, mit diesem Bypass-Filter.

Udo
Und ich sag mal: Die Filterkerze tauschen kann zur Not auch der Endkunde, wenn der sparen möchte.

Mike
Ja, da ist man auch total flexibel. Der wird ja nicht eingebaut – ist wie gesagt nur temporär, kurzzeitig. Und dann habt ihr eine Möglichkeit. Das ist ein Werkzeug. Also nix mehr fest einbauen. Die fest eingebauten Sachen nennen wir gerne „Metallfriedhöfe“, weil wenn’s nicht das Ergebnis bringt, was ihr euch wünscht und es verhungert in der Heizung, einfach nur, weil es drin ist- Mit Isolation und allem zahlst du 150, 180 Euro. Als Kunde willst du ja auch irgendwie einen Benefit davon haben. Also schwierig. Und diesen Henry HF10- Das ist ein ganzer Koffer.

Du darfst ihn auch gern mal zeigen, wenn du willst, also den Koffer einfach mal… Kriegst du den?

Udo
Ja, den kriegen wir schon hoch.

Mike
Einmal die Kerze hier. Wunderbar, mit Gummidichtung. Wichtig: Mehrweg.

Udo
So, hier steht’s drauf, „Henry Case“.

Mike
Ja, genau. Neudeutsch „Koffer“. Du machst auf, das kannst du ja mal rüber klappen. Hier ist die Bürste für diese Edelstahlkerze. Hier kann die Bypassarmatur rein. Es ist so einfach. Und hier sind zwei Schläuche. Einer mit einer Durchflussmengen-Anzeige. Hier oben mit so einem Schloss: Zack! Dann man es hier aufmachen. Da sind Ersatzfilter für zwei Häuser schon drin. Das ist ein Gebrauchter. Aber da sieht man sehr schön… Schaut mal, so sieht das aus, wenn das Wasser da durchgeflossen- Wie die Jahresringe beim Baum: In der Mitte ist es noch ein bisschen hell und der Rest ist voll mit feinsten Schmutzpartikel, die nicht mehr im Wasser sind.

Udo
Nein, und die kriegst du mit dem herkömmlichen Schlammabscheider nicht raus – wie auch?

Mike
Nein. Es geht mit herkömmlichen Filtern überhaupt nicht.

Also das ist eine Mikrofiltration, die wir für euch entwickelt haben als Werkzeug, dass ihr eine Lösung zur Hand habt und nicht achselzuckend oder wie auch immer, mit Ausreden beim Kunden unverrichteter Dinge wieder gehen müsst und einfach nicht zum richtigen Ergebnis kommt. So, schön. Also das ist eine sehr praktikable, preiswerte Lösung, um aus so einem braunen Wasser, wie der Udo da eben euch gezeigt hat, ein klares Wasser zu machen. Das ist das Ziel. Und das ist jetzt nicht irgendwie nice to have, also „Könnte man machen“, sondern: Wenn’s nach Normen und Richtlinien, also Stand der Technik nicht erfüllt ist, diese Anforderung…

Dann ist das eine Gewährleistungsfalle. Genau so kann man es sagen, Udo. Es ist eine Gewährleistungsfalle, weil: Warum soll einer eine Analyse machen, wenn er schon sieht, das Wasser ist braun? Dann sagt er: „Lieber Heizungsbauer, danke fürs Gespräch, ich komme wieder, wenn’s Wasser klar ist.“ Und dann stehst du da und hast’n Problem, weil das geht ja ruckizucki, gerade in Bestandsanlagen.

Udo
Natürlich. Aber dann sollte der Kollege Heizungsbauer- Also ihr solltet auch hergehen und eure Kunden darauf hinweisen. Und wenn die das nicht machen möchten: Gewährleistungsverzicht.

Warum sollt ihr die Gewährleistung, die Garantie für eine Anlage nehmen, wo ihr wisst, dass die nicht in Ordnung ist?

Mike
Nee, das macht keinen Sinn. Also es geht alles natürlich, in der Branche. Wir sind im B2B, wir sind Kollegen, wir wollen alles miteinander, positive und zufriedene, begeisterte Kunden generieren. Das nutzt nichts, dass man die Schuld bei anderen sucht und in Gewährleistungen denkt. Denkt nicht in Gewährleistung, denkt in Qualität. Macht das Heizungswasser zum Qualitätsmerkmal und dann seid ihr einfach immer Sieger. Der Problemlöser ist unabhängiger von der Konjunktur und wird immer mehr in der Tasche haben als derjenige, der dem Problem hinterherrennt.

Udo

Genau. Dem Kunden könnt ihr das auch erklären, dass sauberes Wasser eine bessere Wärmeübertragung gewährleistet. Von daher ist auch der Endkunde Sieger. Wenn wir es richtig machen, sind wir alle Gewinner.

Mike

Ja, das geht nur miteinander, anders geht’s nicht. Wichtig ist: Filtration ist nicht, ich sehe Schmutz, filtern, „hab ich alles sauber“? Wir haben es heute gemerkt. Wir müssen dafür sorgen, dass der Schmutz, der in der Heizung sich abgesetzt hat, erst mal in Schwebe, in Bewegung kommt. Weil, sonst kann ich ihn gar nicht aus der Anlage transportieren. Und dann am Schluss, wenn ich das alles gemacht habe, durchgespült, bewegt, gereinigt, dann macht es Sinn, noch mal mit so einem Filter nachzufiltern. Schlammabscheider… Ist dann wirklich abzuwägen: In welchen Systemen macht das Sinn?

Mike
Ihr werdet es rausfinden. Solange es braun ist, Ziel nicht erreicht. Wenn es dem Kunden genügt, gut, wenn’s euch genügt, auch gut. Wenn der Anspruch höher ist, dann weitermachen.