Die professionelle Heizungswartung

In der Qualität der Wartung gibt es große Unterschiede. Während manche nur eine „Sichtwartung“ durchführen, legen andere eine höheren Qualitätsmaßstab an und füllen auch mit kalkfreiem Wasser normgerecht nach …

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Folgend das Wissenswerteste aus dem Expertentalk als Fragen und Antworten zusammengefasst zum Nachlesen:

Mike
Wir sprechen heute über das Thema Kundenservice. Kundenservice ist ganz groß aufm Plan. Die Leute schauen auf Werterhaltung, dass die Anlage gut läuft und auch lange hält, ja, also funktionssicher arbeitet. Und dazu ist eine Wartung notwendig, eine regelmäßige. Da lassen wir jetzt mal die Kunden weg, die nicht schauen. Man muss die Leute nicht zur Wartung überreden. Das ist eine nicht-überwachungspflichtige Anlage, wie wir alle wissen – die Niedertemperaturheizung. Aber wie sieht denn jetzt eigentlich eine richtige Wartung aus, Udo?

Udo
Gut, fangen wir an. Wir müssen auf jeden Fall den Wärmeerzeuger reinigen, prüfen, verschiedene Wärmeerzeugung. Der eine ist wartungsintensiver, der andere ist nicht so wartungsintensiv. Wärmepumpen gehören zu den nicht-wartungsintensiven, sagen wir mal so. Aber das sekundäre Bauteil, die Wärmeverteilung, die wird bei allen Anlagen gleich gewartet werden müssen. Das heißt also, der vernünftige Wartungsmonteur, oder der zuverlässige Wartungsmonteur wird nicht nur eine Sichtwartung machen oder eine Sichtprüfung machen.

Mike
Was ist denn eine Sichtwartung?

Udo
Ja… Rein in den Heizungskeller, Tür hinter sich zumachen, Heizungsanlage ansehen, Smartphone ein bisschen ansehen, Tür aufmachen, Arbeitszettel unterschreiben, Wartung fertig. Kann man machen, muss man nicht. Gibt es immer noch genügend.

Mike
Also Sichtwartung: Im Keller die Zeit totschlagen und dann wieder rausgehen.

Udo
Genau.

Mike
Okay. Ich hoffe, das machen nicht so viele.

Udo
Mittlerweile nicht mehr.

Mike
Also fällt ja auch irgendwann auf, ne? Okay, gut. Wie sieht denn eine professionelle Wartung aus?

Udo
Anlagen-Daten aufnehmen, ganz klar, Parameter der Anlage überprüfen – in der Regelung –, Laufzeiten aufnehmen, damit ich sehe, ist die Anlage von der Größe her überhaupt passend? Sich dann um elektronische Bauteile kümmern. Pumpe, aber eben auch ganz wichtig: Das Ausgangsgefäß prüfen.

Mike
Also ganz viel höre ich auch immer wieder in Vorträgen und auch in Dialogen mit Monteuren: „Man muss gar kein Wasser nachfüllen, da fehlt ja nix.“

Udo
Jein, jein. Also zum einen-

Mike
Also wenn du jetzt sagst, muss man prüfen… Die meisten sagen, da muss man kein Wasser wechseln. Das wundert mich im Grunde genommen, weil ich habe das irgendwie anders im Kopf.

Udo
Ja, also es ist Folgendes. Zum einen: Im System, auch wenn es ein geschlossenes System ist, haben wir natürlich immer ein bisschen einen Wasser Schwund drin. Das ist ganz normal, durch irgendwelche kleinsten Undichtigkeiten, wo irgendwas ausgasen kann. Der Kunde geht mal her, entlüftet mal einen Heizkörper nach. Das sind aber minimale Wassermengen, sag ich mal. Problematisch oder umfangreicher wird es, wenn ich das Ausgangsgefäß prüfen möchte, – was zur Wartung dazugehört.

Mike
Muss ich, oder nicht?

Udo
Natürlich. Ist ja ein wichtiger Bestandteil der Anlage. Das heißt also, in dem Fall gehe ich her, ich sperre das Kappen-Ventil ab, nehm den Wasserinhalt aus dem Ausgangsgefäß raus. Das macht ungefähr fünf Prozent des gesamten Anlagen-Volumens aus. Heißt also: Einfamilienhaus, 200 Liter, wären wir dann bei zehn Liter. Bei einer Anlage mit Pufferspeicher tausend Liter; sind wir auch schon einmal bei 50, 60 Liter, die im Ausgangsgefäß als Vorlage bereitgestellt sind. Die lass ich ab, dann nehm ich mein Manometer, geh an den Prüfstutzen auf der Stickstoffseite des Ausgangsgefäßes und messe da den Druck. Würde ich jetzt das Heizungswasser nicht ablassen, würde ich ja immer den höheren Druck messen.

Heißt also, einfach ausgedrückt, nehmen wir ein Beispiel: Stickstoff 0,8 bar, Anlagen-Druck 1,2 bar. Dann drückt das Heizungswasser das Stickstoffpolster zusammen, – ich messe oben am Stutzen 1,2 bar. Der umgekehrte Fall: Die Anlage hat nur noch 0,5 bar, der Stickstoffanteil ist aber auf 1,5 bar. Dann würde der Stickstoff das Membran-Gefäß entleeren und ich messe am Stutzen trotzdem 1,5 bar. Das heißt also, ich muss auf jeden Fall den Anlagen-Druck runter haben.

Mike
Also einfach an diesem Reifenventil, oder so ähnlich ist es ja – nutzt nichts, ne?

Udo
Nutzt nichts. Dann merke ich, dass Druck drauf ist. Aber ich weiß nicht, was ist das für eine Einheit?

Mike
Das heißt nur, da ist Druck drauf.

Udo
Genau, alles gut…

Mike
Aber ist es Stickstoff, oder ist es Wasserdruck?

Udo
Gut, wenn Wasser rauskommt, dann wissen wir auf jeden Fall, dass Wasser ins Gefäß gekommen ist. Aber gut, das haben wir jetzt also richtig gemacht, dann gehen wir natürlich her und füllen die Anlage mit normgerechtem Wasser nach.

Mike
Also das macht natürlich Sinn, wenn du 50, 60 Liter ablässt, dass du dann mit dem richtigen Wasser nachfüllst. Da gibt’s verschiedene Möglichkeiten.

Udo
Ja, du könntest jetzt mit dem Hardy ankommen, mit der, ich sage jetzt mal Bombe da runterfahren, in den Heizungskeller – wird aber kein Wartungsmonteur machen. Er wird deinen Hardy Junior nehmen, das mobile Gerät für den Kundendienst-Techniker.

Mike
Ja, also das ist im Grunde genommen wahrscheinlich noch nicht richtig erkannt, nicht? Das ist ja schön, ein im Zuge der Wartung auch sehr vernünftiges Tool, wo man sagt: „Da muss man sich auch nichts bei denken, das ist besser als Putzlappen und sonstige Hilfsstoffe.“ Sondern du füllst mit dem richtigen Wasser nach; wenn diese Position auf der Rechnung ist, hat sie auch irgendwie einen Wert, ne?

Udo
Sie hat ja auch einen Mehrwert. Und wenn ich hergehe und sage, „6,50 Euro für Putzlappen“, dann ist es nicht sehr praktisch, wenn wir sagen, „5 Euro für normgerechtes Heizungswasser nachfüllen“. Jetzt, bei diesen 50 Litern oder 60 Litern, da kann man das durchaus vertreten. Zu der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kommen wir an einem anderen Zeitpunkt. Aber zeig doch mal den Junior.

Mike
Vielleicht zeigen wir ihn einfach mal euch, ja, dass ihr mal seht: Welche Möglichkeiten gibt es? Das ist der Hardy Junior, das ist so ein kofferähnliches Gerät, wiegt zehn Kilo. Da sind die Schläuche hinten angebracht. Die kannst du mal abmachen, wenn du magst. Das ist ganz einfach.

Udo
Da fallen sie runter.

Mike
Die haben Rückschlagventile, die Schläuche. Fließrichtung…

Udo
Fließrichtung wird angezeigt.

Mike
Da wird mal halt nicht geduscht beim Abkuppeln – das hat den Vorteil. Wir haben hier, wie ihr seht, an diesem Eingangs- und auch am Ausgangsstutzen auf der anderen Seite so flach dichtende Kappen drauf. Schnitzeljagd mit Wasser im Haus ist auch nicht so beliebt und, vermeidet das. Ist schlagsicherer Kunststoff, bricht nicht, kriegt zwar charmante Gebrauchsspuren, aber bricht nicht. Und das ist wichtig, wenn er einem mal aus der Hand rutscht und herunterfällt. So, hier sind noch die ganzen Schweller dran. Wer sich wundert, warum sind da solche Teile? Diese Schweller sollen vor Scherkräften schützen, wenn du das Gerät ins Auto schiebst und bleibst irgendwo hängen.

Ist ja schnell mal so’n Schloss abgerissen oder so. Auch der Griff ist Feder-gelagert, ja? Also der geht automatisch runter. Schauen wir mal rein.

Udo
Machen wir die Wunderkiste mal auf.

Mike
Na ja.

Udo
Kein Wunder.

Mike
Ist kein Wunder – nicht ärgern, nur wundern. So, ist hier eine Doppellippendichtung drin.

Udo
Aluminiumrahmen.

Mike
Ist also wasserdicht. Wenn mal Wasser drin ist – das kann man nicht vermeiden –, ist hier unten dieser gelbe Stöpsel, der ist eine Doppellippendichtung. Das heißt, den drehst du raus, dann ist das Wasser raus. Zack, unten, fertig. Wesentlich ist die Funktion: das E-Modul hier. Dieses E-Modul ist hier ganz fein eingekuppelt. Da gibt es zwei Hähne. Der Eingangshalle und der Ausgangshahn. Macht man auf, Wasser marsch, fertig. Zeigt hier der Druckminderer an, ja? Der Druckminderer- Kann man einstellen, das ist eine Besonderheit. Beim Enthärten oder Entsalzen spielt die Kontaktzeit des Wassers am Harz eine große Rolle. Bedeutet: Wenn ihr besonders viel Gas gebt und Druck erhöht, weil Ungeduld – schnell! –, dann hat das am Ende möglicherweise den Nachteil, dass dann Härte im Wasser ist, weil die Kontaktzeit am Harz zu gering war.

Mike
Das ist aber bei allen Systemen so. Deshalb lieber ein bisschen Piano. Wir sind ja nicht auf der Flucht, wollen es ja gescheit machen. Und hier ist ein Wasserzähler, schreibt man Zähleranfang, Zählerende drauf.

Udo
Kann man dann wieder im Betriebsbuch dokumentieren.

Mike
Einfache Sache. Vorteil ist auch bei dem System: Es hat eine Entlüftung. Hier oben ist so ein Entlüftungsventil, denn es ist ja ein Zylinder. Und wie bei einer Flasche Wein, wenn du die auf die Seite legst, hast du eine Luftblase. So ein Torpedo auf der Erde auch. Und wenn du hier die Anlage in Betrieb nimmst, dann drückst du hier drauf, bis Wasser kommt und dann kannst du den liegend und stehend verwenden, ohne dass das Wasser sich den Weg des geringeren Widerstandes sucht, denn dann passt das Wasser nicht.

Und wenn man den also wechseln muss, ist es auch ganz einfach. Macht man hier auf ja und entkuppelt hier. Das geht sehr leicht, seht ihr. Und auch genauso leicht wieder rein – dauert eine halbe Minute, so eine Patrone zu wechseln. Zu der Patrone kannst du ja vielleicht noch was sagen.

Udo
Ja, genau.

Mike
Machen wir wieder was dazu. Das ist also mal das System. Vielleicht ganz spannend, macht natürlich auch einen besseren Eindruck. Klar, wenn du ein vernünftiges Profi-Werkzeug hast, kannst du auch was verlangen – das ist immer so, ne?

Udo
Ja, die Patrone.

Mike
Die Patrone, die da drin ist.

Udo
Steht drauf, „Bobby, die runde Sache gegen Kalk“. Gibt es jetzt als VE, also vollentsalzt, und als soft, zum Voll-Enthärten. Auf der Rückseite können wir die Kapazität einmal ablesen, bei welchem Härtegrad ich wie viel aufbereitetes Wasser mit dieser einen Patrone machen kann. Nehmen wir jetzt mal die 18 Grad deutscher Härte – ist relativ normal –, wären wir bei ungefähr 400 Liter enthärtetem Wasser und 260 Liter VE, also vollentsalztem Wasser.

Mike
Ja, bei VE-Wasser hast du ungefähr 40 Prozent weniger, weil das ein Mischbett-Ionentauscherharz ist, und hat einfach weniger Kapazität.

Udo
Gut. Dann, wenn ich jetzt weiter drehe, ist hier oben einmal erklärt, wie die Filterkerze, oder wie der Filter zu tauschen ist.

Mike
Und die Patrone. Ist jetzt kein Filter, direkt. Ist jetzt eine Austauscher-Patrone. Und VE und Enthärten unterscheidet sich: Blauer Deckel ist enthärten und roter ist entsalzen. Das heißt, er hat auch noch eine farbliche Unterscheidung.

Udo
Dann haben wir hier unten noch einen Hinweis auf Refill.

Mike
Das ist ein Zusatznutzen, den wir bei Gelegenheit mal besprechen können. Das ist also: Die gleiche Patrone lässt sich auch in einer Nachfüllstation einsetzen. Das ist natürlich umwelttechnisch schon ein Vorteil grundsätzlich, weil wir diese Patronen im Mehrweg-System fahren.

Udo
Okay, das lese ich gerade hier oben, die Mehrweg-Patrone. Also einmal gut, dass wir die Patrone für verschiedene Systeme einsetzen können, aber Mehrweg ist natürlich ein spannendes und vor allem wichtiges Thema.

Mike
Na ja, man muss bedenken, es sind zweieinhalb Liter Harz ungefähr in so einer Patrone drin. Und wenn man bedenkt, wie viele Nachfüllstationen verbaut werden… Das sind also jetzt in den letzten acht Jahren, wo das so stark aufgekommen ist, das Thema- Die meisten Patronen sind über den Hausmüll zu entsorgen. Wir entsorgen jährlich ca. 50.000 Patronen.

Udo
Ach du Schande! 50.000 Mal Sondermüll.

Mike
Zweieinhalb Liter Harz in den Müll, Sondermüll, weil eben: Das ist ja Mikrokunststoff. Wir sagen immer alle „No Plastic“, Plastik vermeiden – Plastikmeere und so weiter. Und dann hauen wir das Zeug weg. Ich sage mal, als Meister der Elemente, wie sich ja auch einige nennen, muss man sich dann schon fragen: Ist das gelebte, ökologische Haustechnik, oder ist da doch mehr der Wunsch Vater des Gedanken? Also wir versuchen das hier zu leben. Man kann ja schlecht in seinem Leitbild schreiben. Wir erfreuen uns an einer intakten Umwelt und übernehmen Verantwortung dafür, und dann hauen wir das Zeug weg.

Wir holen das ab, bei den Kunden. Das heißt, diese Patronen sind in so’nem Sixpack, Bobby Box, ungefähr wie eine Kiste Bier, sechs Patronen drin; wenn die verbraucht sind, dann werden die von uns abgeholt und eine neue Kiste eben gebracht. Und das ist im Preis mit drin, ja?

Udo
Preis, spannend. Ich kenn die Preise im Wettbewerb so ungefähr. Wie liegen wir hier ungefähr?

Mike
Ja, Wettbewerbspreise, weißt du ja, 80 bis 120 Euro um den Dreh. Machen nichts anderes. Die kostet hier 40 Euro mit Pfand, inklusive Holen und Bringen. Wir leben auch – du brauchst keine Angst zu haben, wir verhungern nicht. Ist vielleicht auch so, dass wir uns einen Vertriebsweg da auch sparen, ein, zwei Vertriebswege dazwischen, – die wollen ja auch satt werden.

Udo
Zweistufig, genau.

Mike
Ja, das ist sicherlich auch noch ein Vorteil. Und wir bereiten das ja auch auf. Von daher ist das alles ein bisschen ökonomischer zu gestalten.

Udo
Das ist einerseits, denke ich mal, wirklich ökologisch. Ökonomisch, wenn ich jetzt mit so einer Patrone 400 Liter machen kann und bei einer Heizungsanlage 50, 60 Liter nachfüllen muss für fünf Euro… Ist die Patrone knapp bezahlt, sagen wir mal so.

Mike
Ja, egal. Auch, wenn man nur 5 Liter nachfüllt oder 10, 20 Liter, dann nimmst du halt 10, 20 Euro oder 5 Euro. Also alles, was man da verlangt, ist im Grunde genommen Gewinn, muss mal ganz klar sagen. Das ist jetzt nichts, wirklich, wo man sich verkneifen müsste, weil man sagt: „Das ist ein Aufwand ohne Nutzen.“ 

Udo
Nein, es ist ein Nutzen, es ist für den Kunden ein wirklicher Mehrwert, und erhält die Anlage. Das darf ich mir auch bezahlen lassen, finde ich.

Mike
Ja. Immer mit dem richtigen Wasser nachfüllen, dann produziert man nicht ein Problem, von dem man noch gar nichts weiß, am Ende des Tages. Und ja, ich hoffe, es waren für euch ein paar Impulse dabei.

Udo
Denk ich auch.

Mike
Wir hoffen, dass es für euch interessant war. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann könnt ihr unten klicken. Abonniert den Kanal, fragt uns.

Udo
Füllt richtig.

Mike
Es gibt viele Möglichkeiten, aber: Kundendienst, gute Wartung zahlt sich aus.