Fachwissen Heizungswasser
Grundlagen zur normgerechten Heizungswasseraufbereitung

Der Wärmeträger gehört zu den wichtigsten Bestandteilen einer Warmwasser-Heizungsanlage. Wird das zur Verfügung stehende Trinkwasser ohne vorherige Wasseraufbereitung in die Heizungsanlage eingefüllt, rächt sich diese Sorglosigkeit immer häufiger. Heute gebaute oder durch Teilmodernisierung veränderte Heizungsanlagen funktionieren nur dauerhaft, wenn der Wärmeträger bestimmte Anforderungen erfüllt.
Die Häufung an Fragen zu den Anforderungen an die optimale Wasserqualität zeigen, dass in der Praxis häufig Anhaltspunkte zur richtigen Aufbereitung des Heizungswassers fehlen.

Hannemann Wassertechnik, Heizungswasser, Enthärtungsanlage, Heizungsschutz, Heizungsfilter

Erfolgsfaktor gesundes Heizungswasser

Warum empfiehlt sich eine Konditionierung des Heizungswassers grundsätzlich?

Die modernste Heiztechnik und der beste Brennstoff alleine sind keine Garantie dafür, dass eine Heizung auch energieeffizient heizt. Den dritten Erfolgsfaktor bildet das richtig aufbereitete Heizungswasser.

Das Heizungswasser ist ein elementarer Bestandteil einer wasserbetriebenen Heizungsanlage
Durch Optimierung hinsichtlich der Energieeffizienz stellt die moderne Heizung besondere Ansprüche an die Qualität des Wassers. Höhere Wärmebelastungen und insbesondere die Verwendung von Aluminiumwerkstoffen stellen besondere Anforderungen.

Nationale Richtlinien wie z.B. die VDI-Richtlinie 2035, VdTÜV, AGFW-Richtlinien und BTGA-Regeln, sowie DIN- und EU Normen- und Richtlinien, sind in ihrem Wesen Orientierungshilfen und beschreiben die Möglichkeiten zur Optimierung an das Füll- und Ergänzungswassers. Die in Normen und Richtlinien angegebenen Werte gelten als Richtwerte im Unterschied zu gesetzlichen Verordnungen wo die angegebenen Werte als verbindliche Grenzwerte anzusehen sind.

Qualitativ hochwertiges Heizungswasser zur Vermeidung von Schäden
Das Ziel der Normen und Richtlinien zum Heizungswassers ist unter anderem die Vermeidung von Steinbildung und durch das Heizungswasser hervorgerufene Korrosionserscheinungen, sowie den daraus resultierenden Schäden. Klemmende Regelorgane, belegte Sensoren, festsitzende Pumpen, reaktionsfreudige Mischinstallationen etc. weisen dem Heizungswasser die Schlüsselrolle für eine funktionssichere Heizanlage zu. Nicht alle Werkstoffe sind in Mischinstallationen problemlos kompatibel. Beispielhaft sind hier Aluminiumwärmeaustauscher zu nennen, wie sie in diversen Brennwertheizgeräten vorzufinden sind.

Alkalisches und kalkfreies Wasser für einen störungsfreien Betrieb
Wichtig ist u.a. der richtige pH-Wert des Heizungswassers, damit Schutzschichten gebildet werden können. Viele Kesselhersteller setzen für einen störungsfreien Betrieb kalkfreies Wasser und einen pH-Wert zwischen 8,5 – 9,5 als Richtwerte an. Auch ohne Herstellerangaben zur Qualität des Heizungswassers, muss der Heizungsfachmann das Heizungswasser gemäß den gültigen Normen und Richtlinien aufbereiten. Aluminium-Silizium-Magnesium-Legierungen benötigen pH-Werte <8,5. Bei allen anderen Heizungswerkstoffen liegt der optimale pH-Wert zwischen 8,5 – 9,5!
Aufgrund der Empfindlichkeit von Aluminiumlegierungen in Heizkreisläufen gegenüber pH-Werten >8,5, gelten hier Sonderrichtlinien, da sich sonst das Aluminium auflöst.

Warum Heizungswasser aufbereiten?

Bei einer mit Trinkwasser befüllten Heizungsanlage bilden sich im Laufe der Zeit Schlamm, isolierende Beläge, Kesselstein und Korrosion. Ursachen hierfür sind die Mischinstallation sowie das Eindringen von Luft über Ausdehnungsgefäße, Verschraubungen, Ventile etc.

Das führt zwangsläufig zu Problemen wie:

  • schlechte Wärmeübertragung und
  • Funktionsstörungen sowie unnötige Schäden
  • höhere Energiekosten
  • geringere Lebensdauer

Einfache Lösung
Heizungsanlagen von vorn herein mit kalkfreiem Wasser befüllen und gegen Korrosion sowie Verschlammung behandeln.
Bei alten Anlagen empfiehlt es sich, zuvor eine Heizungswassersanierung durchzuführen. Sie wirkt wie ein Jungbrunnen für Altanlagen und kann von jedem Fachhandwerker in wenigen Schritten erfolgreich durchgeführt werden.

Anforderungen an die optimale Qualität

Das optimal aufbereitete Heizwasser ist nach gültigen Normen und Richtlinien:

  • kalkfrei
  • korrosionsfrei
  • sauber und klar

Die Richtlinie VDI 2035 gibt z.T. nützliche Hinweise an das Ergänzungs- und Füllwasser von Heizungsanlagen. Normen und Richtlinien beschreiben den Stand der Technik und können im Schadensfall zur Beurteilung herangezogen werden. Werden die Richtlinien für normgerechtes Heizungswasser in der Praxis nicht angewandt oder ignoriert, kann dies zum Verlust von Garantieansprüchen führen und müssen bei eventuellen Schäden ggf. selbst getragen werden.
>> Normgerechtes Heizungswasser als Garantiegrundlage

Gute Fachhandwerksbetriebe setzen mit sauberem, klaren Heizungswasser ein Qualitätsmerkmal für gut funktionierende Heizungsanlagen.

Arten der Wasserhärte

Im Wesentlichen gibt es zwei Arten:

Die temporäre Härte (Kalkhärte)

Hier spricht man dann von der Karbonathärte (KH), Kalkhärte oder auch temporärer Härte genannt.

Die dauerhafte Härte

Damit sind allen anderen Ionen gemeint, zum Beispiel Chlorid, Sulfat usw. Sie sind nicht flüchtig und bilden in so kurzer Zeit keine schwer löslichen Verbindungen. Man spricht daher von permanenter Härte, weil diese durch Hitzeeinwirkung nicht entfernt werden kann.

Bild 2: Kesselglied aus AlSiMg mit Kalkbelag in zerstörender Wirkung (4,5 mm).

Harte Wässer haben viele Salze des Calciums und Magnesiums gelöst

Die betreffenden Salze bestehen zum Großteil aus Karbonaten. Diese sind bei hohen pH-Werten schwerlöslich und bilden den gefürchteten Kesselstein aus Kalk (Bild 2).

Die anderen Salze sind nicht so schwerlöslich bzw. bilden keine dicken, porösen Schichten. Harte Wässer werden als Trinkwasser bevorzugt. Durch den hohen Gehalt an natürlichem Calcium wirken sie der Osteoporose entgegen, sie haben einen positiven Einfluss auf den Säure-Basenhaushalt im Körper und die Mineralien im Wasser sind Geschmacksbildner. Ein wichtiger positiver Nebeneffekt ist die sehr gute pH-Wert-Pufferwirkung des Kalks. Harte Wässer finden sich in der Regel in Gegenden mit großen Kalkgesteinlagerstätten. Das sind unter anderem das Schwäbisch-Fränkische Stufenland, die Kalkalpen, einige Bereiche der Mittelgebirge und Österreich. Weiche Wässer als natürliche Grundwässer sind generell arm an Mineralien. Sie kommen vor allem in den Granitstöcken der alten Mittelgebirge vor und enthalten nur sehr wenig Härte. Im Schwarzwald, im Harz und im Bayerischen Wald muss oft sogar aufgehärtet werden, um die Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten. Eine wichtige Ausnahme von dieser Regel (neben anderen) bilden die Grundwässer in Küstennähe. Hier ist zwar oft auch wenig Härte vorhanden, die Salzfracht aus dem Meerwasser ist jedoch oft merklich. Moorwässer werden in Gebieten gewonnen, die reich an Mooren sind. Sie sind oft braun durch Säuren, in der Regel härte- und mineralarm, jedoch sauer. Diese Wässer sind als Wärmeträger für die Heizung ungeeignet. Huminsäuren, wie sie beispielsweise im österreichischen Waldviertel vorkommen, müssen durch Sonderverfahren entfernt werden.
Die beschriebenen Wasserarten müssen durch verschiedene Maßnamen so beeinflusst werden, dass sie für technische Zwecke geeignet sind. Die Verfahren bezeichnet man als Wasseraufbereitung bzw. Konditionierung des Wassers. Art und Umfang der Anstrengungen richten sich nach dem vorliegenden Wasser und den Erfordernissen der zu befüllenden Anlage.

Fahrweisen

Im Folgenden wird aufgezeigt, welche Verfahren für konkrete Anwendungsfälle einsetzbar und sinnvoll sind.

Salzhaltige Fahrweise – Enthärtung

Hierbei wird das Rohwasser über eine mit Salzsole regenerierbare Ionenaustauscheranlage befüllt. Diese Anlage kann beim Handwerker in der Werkstatt automatisch regeneriert werden. Vorteile sind der geringe Aufwand bei der Wasseraufbereitung, eine weitgehende Selbstregulation des pH-Werts, ein schlechtes Lösevermögen des aufbereiteten Wassers für Sauerstoff und die einfache Konditionierung zum Erzielen eines Korrosionsschutzes. Nachteilig ist, dass Rohwasser mit hoher Leitfähigkeit (> 1000 μS/cm) Korrosion begünstigt – sofern Korrosion auftritt, läuft sie etwas schneller ab.

 

Die salzfreie Fahrweise (VE-Wasser)

Sie wird bei Großanlagen selten eingesetzt, da der Aufwand der Wasseraufbereitung zu groß ist. Es gibt jedoch Bereiche (Medizintechnik, Elektroindustrie, Lebensmittelindustrie…), wo die Vollentsalzung (salzfreie Fahrweise) häufig unabdingbar ist. Auch bei Kleinanlagen kann diese Fahrweise nur durch einen Mischbett-Ionenaustauscher eingehalten werden. Dieser kann nur von einem spezialisierten Fachbetrieb regeneriert werden. Vorteile sind eine geringe Leitfähigkeit (geringer Korrosionsstrom), das Wasser enthält keine störenden Salze und das Inhaltswasser ist von Anlage zu Anlage nahezu gleich. Zu den Nachteilen zählen der sehr hohe Aufwand, eine hohe Löslichkeit von Sauerstoff im kalten Wasser (Sommerbetrieb), die nicht vorhandene Pufferwirkung des Wassers (instabil, Überwachung erforderlich) und dadurch unumgänglich eine Konditionierung. Bei Fehlsteuerungen tritt Spannungsrisskorrosion (laugeinduziert) bei der salzfreien Fahrweise mit der größten Wahrscheinlichkeit der drei Fahrweisen auf.

Tabelle 1 und Bild 3

Die salzarme Fahrweise (VE-Wasser)

Diese ist ein Kompromiss zwischen salzhaltig und salzfrei. Nach den aktuellen Richtlinien gibt es diese Fahrweise nicht mehr. Darum wird sie hier nur zur Vollständigkeit aufgeführt. Häufig wird diese Fahrweise angestrebt, wenn bei alten Anlagen mit weitergehenden Wasseraufbereitungsverfahren weitergearbeitet wird. Diese Fahrweise ist in Heizungsanlagen selten anzutreffen. Vorteile sind eine etwas geringere Leitfähigkeit, eine garantierte Härtefreiheit, die Entfernung eines eventuell vorliegenden hohen natürlichen Salzgehalts und ein von Anlage zu Anlage einheitlicheres Inhaltswasser. Nachteilig sind eine höhere Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser und ein großer Aufwand bei der Wasseraufbereitung.

Warum enthärtetes Heizwasser in Heizungsanlagen?

Überall wo kalkhaltiges Wasser durchfließt, können sich Kalkablagerungen bilden. Dies trifft auf Kaffeemaschinen oder Spülmaschinen ebenso zu wie auf Hausinstallationen und Heizungskreisläufe. In Verbindung mit der Heizanlage ist die Problematik vielen Betreibern unbekannt. Kalk und Korrosion können jedoch isolierende Beläge bilden, deshalb spart kalkfreies enthärtetes Heizungswasser erhebliche Kosten. Die meisten Störungen und Schäden hängen an der Wasserqualität.
Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass alles funktioniert, ist die richtige Heizungswasserqualität.
Im Hinblick auf alle Bestandteile einer Heizungsanlage sind wir der festen Überzeugung, dass nur kalkfreies und konditioniertes Wasser einen sorgenfreien Heizbetrieb sicherstellt. Das Hannemann-Konzept ist einfach und sicher, nicht überwachungspflichtig, der Betreiber kann in geringen Mengen sogar mit Trinkwasser nachfüllen und es entstehen so gut wie keine Folgekosten.

Garantiefalle VE Wasser

Ist vollentsalztes Wasser praxisgerecht?

 

TGA Fachbericht Download

Darf der Kesselhersteller Vollentsalzung vorschreiben?

Grundsätzlich ist jeder Hersteller berechtigt bestimmte Anforderungen für die Inbetriebnahme, Wartung und Pflege seiner Produkte zu stellen. In der Regel werden diese Anforderungen bei autark arbeitenden Produkten wie z.B. PKWs, Haushaltsgeräten etc. gestellt. Ein wesentlicher Diskussionspunkt ist deshalb bei Heizanlagen, ob diese Anforderungen sich ausschließlich auf den Kessel auswirken, oder auch auf andere Anlagenteile mit denen der Kessel direkt bzw. indirekt über das Wasser verbunden ist. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus in Bezug auf die Gewährleistung, wenn andere Bauteile beschädigt werden?

Das Fachhandwerk als Hersteller der Heizanlage ist schlussendlich für die Gesamtanlage verantwortlich. Es erscheint logisch, dass letztlich die unternehmerische Entscheidung – insbesondere haftungstechnisch – beim ausführenden Fachbetrieb liegt.

Orientierungsfragen und Lösungsmöglichkeiten

Wenn der Kesselhersteller bestimmte Anforderungen an die Wasserqualität stellt, dann ist es wichtig, mit dem Hersteller bei Erfüllung der Anforderungen auch eine Garantieerweiterung für die Gesamtanlage schriftlich zu vereinbaren, in welcher etwaige Korrosionsschäden abgedeckt sind.

Bei der Erfüllung der Anforderungen ergibt sich im Fall der salzfreien/salzarmen Fahrweise für den Betreiber eine Überwachungspflicht, da die Heizungsanlage infolge nur noch mit vollentsalztem Wasser befüllt werden darf, um ein Umkippen des Wassers zu vermeiden (pH-Verschiebung…).

  • Sind die im Markt angebotenen Nachspeisesysteme geeignet und gegen Verkeimung und Gegenionenwirkung (Rücklösung der Ionen ins Umgebungswasser der Patrone) ausgelegt?
  • Lassen sich die Mehrkosten (+300–400%) ohne weiteres auf den Betreiber umlegen, oder ergeben sich daraus ggf. Wettbewerbsnachteile für den ausführenden Fachbetrieb?
  • Welche Vorteile/Nachteile ergeben sich bei der Auswahl des Verfahrens zur Befüllung von Heizanlagen in betriebswirtschaftlicher Hinsicht?

Warum Enthärtung, wenn der Kesselhersteller VE vorschreibt?

Das bevorzugte und seit über 70 Jahren bewährte Verfahren zur Vermeidung von Steinbildung in Heizanlagen ist die Enthärtung (salzhaltige Fahrweise). Die salzhaltige Fahrweise erfüllt alle Normen und Richtlinien (DIN EN14868, DIN EN ISO 6509, DIN EN 12502, AGFW- und VDTÜV-Merkblatt, VDI 2035, ÖNORM H5195,, …)

Die elektrische Leitfähigkeit bleibt unverändert, somit ist das Wasser im Vergleich zur Vollentsalzung stabiler und bleibt im Gleichgewicht. Die el. Leitfähigkeit wird auch gerne als Rückgrat des Wasser bezeichnet. Man sagt auch, dass je weiter man sich von der Rohwasserqualität durch Wasseraufbereitungsmassnahmen entfernt, es umso aufwendiger und überwachungsbedürftiger wird. Denn dadurch werden Maßnahmen zur künstlichen Stabilisierung notwendig. Hierzu bedarf es spezifischer Fachkenntnisse.

Im SHK-Handwerk ist auch die Ressource Mensch ein wesentlicher Faktor. Je höher die fachlichen Anforderungen an die Monteure sind, desto schwieriger wird die nachhaltige Umsetzung sicher zu stellen, um kostspielige Nacharbeiten zu vermeiden. Deshalb erscheint ein Verfahren sinnvoll, welches einfach, sicher, preiswert und beherrschbar ist.

Heizungswasser in größeren Anlagen

Das einheitlichste Regelwerk für größere Heizungsanlagen ist die Dampfkesselverordnung (bzw. neu die Betriebssicherheitsverordnung) mit den Technischen Richtlinien Dampf (TRD). Diese Rechtsnorm bezieht sich streng genommen nur auf Heizungswasseranlagen mit einer hohen Vorlauftemperatur (> 110 °C). Hierfür existieren einige Richtwerte (Tabelle 1). Der wichtigste Sachverhalt ist die Forderung nach Härtefreiheit des Kreislaufwassers und die Forderung eines pH-Werts von größer 9. Bei großen Anlagen sind die Anforderungen vergleichsweise einfach, da in diesem Temperaturbereich nur Eisenmetalle zugelassen sind (wegen der geforderten Druckschlagfestigkeit). Das Unterscheidungskriterium der einzelnen Fahrweisen ist die elektrische Leitfähigkeit des Wassers. Sie ist das Maß für den Gesamtsalzgehalt (Summenparameter).

Heizungswasser in kleinen Anlagen

Entgegen der Anahme am Markt, gehen die Anforderungen an das Wasser in kleinen Heizanlagen weit über die der Großanlagen hinaus, weil sie in der Regel nicht überwacht und verschiedenste Materialien verbaut werden (Bild 3). Dies sind:

  • Kunststoffe
  • Gummimaterialien
  • Eisenmetalle (Schwarzeisen, verzinkte Werkstoffe, Edelstähle)
  • Kupfer
  • Aluminium
  • Legierungen

Der rechtlich gesehen „regelarme“ Zustand liegt darin begründet, dass durch Niedertemperaturanlagen keine Gefahren für Umwelt und Gesundheit ausgehen. Für eine kleine Heizung ist demnach fast alles zulässig – jedoch selten sinnvoll.
Grundsätzlich sollte die Wasseraufbereitung möglichst einfach durchgeführt werden können und möglichst zu stabilen Wasserqualitäten führen.
Auch die Konditionierung sollte möglichst einfach sein und mit wenigen Kontrollen auskommen. Zudem sollte das Wasser die Korrosion, die praktisch in jeder Heizung abläuft, stark verlangsamen. Dabei muss man sich darüber im Klaren sein, dass jedes Wasseraufbereitungsverfahren unterschiedliche Konsequenzen und Auswirkungen hat, die unter Umständen auch problematisch sein können. Im Folgenden werden die wichtigsten Verfahren vor und gegenübergestellt. Tabelle 2 fasst die wichtigsten Aussagen (auch auf den häuslichen Bereich übertragbar) zusammen.

Heizungswasser Befüllung = normgerecht aufbereiten

Heizungsanlagen brauchen kalkfreies Wasser, das dauerhaft korrosionsfrei sowie sauber und klar ist. Es muss alle Normen und Richtlinien erfüllen – ein Heizungs- Leben lang.

Heizungswasserbefüllung bei Neuanlagen

Moderne Heizungsanlagen werden technisch immer anspruchsvoller, sind jedoch häufig leider auch empfindlicher. Die einzelnen Komponenten wie Kessel, Heizkörper, Leitungen und vor allem die Systemsteuerungs- und Regelungstechniken arbeiten auf hochpräzisem Niveau.

Spülen und Befüllen von Heizsystemen funktioniert besonders effizient mittels mobiler Heizungswasser-Füllanlage HARDY®100. Das Nachspeisen im Zuge von Wartungs- und Servicearbeiten von Heizsystemen mit der tragbaren Heizungsfüllanlage HARDY®JUN. Bei Anlagen ab 150kW eignet sich zur stationären Nachspeisung die HARDY®STATION, bei kleineren Anlagen z.B. EFHs empfiehlt sich das REFILL.
Nach der normgerechten Befüllung mit kalkfreiem Wasser, wird das Anlagen­wasser gegen Korrosion und Verschlammung, zur pH-Werteinstellung und Harmonisierung aller Werkstoffe mit dem seit mehr als 20 Jahren bewährten LIQUID konditioniert.

Konditionierung und Schutz #Ankerlink auf Kalk- und Korrossionsschutz
Ablaufbeschreibung lt. Leitfaden
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Heizungswasseroptimierung in Bestandsanlagen

Bei der Modernisierung und Sanierung von Bestandsanlagen älter 15 Jahre, sind zur Verbesserung der Wärmeübertragung und Funktionssicherheit Beläge und Schlamm schonend aus dem Heizkreislauf zu entfernen.In Bestandsanlagen lassen sich Schmutzpartikel und isolierende Beläge schonend über eine Heizungswassersanierung entfernen. Hierfür wird etwas großzügiger das Reinigung-und Dispersionsmittel CLEAN in den Kreislauf eingespült und über mind. 8 Wochen leicht zirkuliert. Anschließend wird mittels HARDY 100 gründlich das CLEAN inkl. gelösten Belägen mit Weichwasser ausgespült. Am Schluß wird die Heizungsanlage einfach und sicher mittels SNELLO-LIQUID gegen Korrosion und vorzeitigen Verschleiß geschützt. Bei aufkommenden Fragen stehen Ihnen bei der professionellen Heizungswassersanierung, werden Sie von Profis mit Rat und Tat unterstützt.

Die gezielte Heizungswassersanierung ist nach folgendem
Leitfaden empfehlenswert:

Sanierung und Heizungswasser-Reinigung
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Kalk- und Korrossionsschutz

Heizungsschutz zur Vermeidung von Kesselstein und Korrosion

Das Heizungswasser als Wärmeträger, gehört mit zu den wichtigsten Komponenten einer Heizungsanlage. Wird einfach das zur Verfügung stehende Trinkwasser ohne vorherige Aufbereitung und Konditionierung in die Heizungsanlage eingefüllt, rächt sich diese Sorglosigkeit immer häufiger.
Heute gebaute oder durch Teilmodernisierung veränderte Heizungsanlagen funktionieren nur dauerhaft, wenn das Heizungswasser bestimmte Anforderungen erfüllt.

Gemäß Normen und Richtlinien geht es um die Vermeidung von Kesselstein und Korrosion – das Heizungswasser soll sauber und klar sein

Grundsätzlich muss jedes Wasser mittels Enthärtung kalkfrei aufbereitetet und anschließend konditioniert werden. Durch den Heizungsschutz wird die Korrosion, die praktisch in jeder Heizung abläuft, vermieden bzw. stark verlangsamt und kann mittels Korrosionsinhibitoren erfolgen. Bei den Korrosionsinhibitoren gibt es unterschiedliche Verfahren. Jedes Verfahren bringt unterschiedliche Konsequenzen und Auswirkungen mit sich. Die Verfahren mit der größten Verbreitung basieren auf der Schicht- bzw. Filmbildung, um so chemische Reaktionen wie Korrosion auf metallischen Oberflächen zu verlangsamen. Diese Eigenschaft darf wohl allen Produkten zum Heizungsschutz unterstellt werden, sofern sie sachgerecht angewendet werden.

Achtung: Die Herstellerhinweise zu Sollkonzentrationen bestimmter Wirkstoffe, beispielsweise Molybdat, Natriumsulfit, Triazol … (gemäß Sicherheitsdatenblatt) sind zwingend einzuhalten, da es bei Nichteinhaltung zu lokaler Korrosion und anderen unerwünschten Reaktionen kommen kann. Bei der Auswahl des Korrosionsschutzverfahrens ist darum unbedingt darauf zu achten, inwieweit die Kontrolle empfehlenswert oder zwingend ist. Kontrollintervalle laut Herstellerangaben sind schon aus Gewährleistungsgründen unbedingt zu beachten.

  • Damit es vom Monteur beherrschbar ist, sollte die Konditionierung möglichst einfach sein und mit wenigen Kontrollen auskommen.
  • Bei der Diskussion innerhalb der Branche wird häufig vergessen, dass die Wässer lange in der Heizung bleiben sollen, sich also möglichst nicht verändern dürfen.

In der Praxis wird jedoch, insbesondere in Wohngebäuden, die Heizungsanlage über längere Zeiträume ausgeschaltet. Damit erhöht sich wiederum die Gaslöslichkeit des Heizungswassers.

Durch Reparaturen, Umbauten (sind in Kleinanlagen wesentlich häufiger) und Nachspeisewasser, kommt es zu unvorhersehbaren Veränderungen der Wasserqualität. Es ist deshalb sinnvoll, negative Veränderungen in Bereichen zu halten, wo es für die Anlage weitgehend unproblematisch ist, indem das Wasser mit bestimmten Eigenschaften zum Heizungsvollschutz konditioniert (eingestellt) wird.

Dies ist unter anderem über die Einstellung eines leicht alkalischen pH-Werts und andere Maßnahmen zu erreichen. Der pH-Wert ist sehr von den eingesetzten Materialien und Umwelteinflüssen abhängig. Liegt eine Anlage vor, die praktisch kein Aluminium enthält, sollte der pH-Wert zwischen 8,5 und 9,5 eingestellt werden.

Wurde Aluminium verbaut (z.B. Wärmeaustauscher in Thermen…), kann der pH-Wert nur noch maximal auf 8,5 angehoben werden, weil sich sonst das ungeschützte Aluminium bei höheren pH-Werten (auf)löst.

Sanierung und Reinigung von Heiz- und Kühlkreisläufen

Energieeffizienz von Bestandsanlagen erhöhen

Die Heizungswassersanierung ist nicht nur eine Wortschöpfung, sondern auch ein einfaches und sicheres Konzept, das wir bei Hannemann für ältere Heizungsanlagen entwickelt haben. Als Spezialist im Bereich Energieträgermanagement bieten wir dem Fachhandwerk damit eine bewährte und wirkungsvolle Möglichkeit, Heizanlagen effizienter zu machen.

Wie alle technischen Systeme unterliegt die Heizungsanlage einem natürlichen Abnutzungsprozess

Korrosion und Kalkablagerungen führen zu Engpässen bzw. Verstopfungen von Rohren und Armaturen. Zirkulierende Rost- und Schlammpartikel wirken wie Schleifpapier auf mehr oder weniger alle Teile in der Heizungsanlage. Isolierende Beläge mindern den Wirkungsgrad je Millimeter bereits um ca. 9 bis 15 %. Konsequenz: Die Energieeffizienz verschlechtert sich. Im schlimmsten Fall kommt es zum Infarkt der Heizanlage.

Heizungswassersanierung vor Kesselsanierung

Die Reinigung mit pulsierenden Luft-Wasser-Gemischen ist weit verbreitet, jedoch leider nicht immer die beste Lösung. Das Risiko, stückige Beläge abzulösen, die zur Verblockung im System führen können, ist hoch. Es kommt viel Unruhe ins System und das Ergebnis ist oft nur unbefriedigend.

Schonender und gründlicher funktioniert es durch den Einsatz der hochwirksamen Spezialreinigungs- und Dispersionslösung CLEAN. Das Produkt ist in der benötigten Menge bereits im SNELLO® – dem Transport- und Füllsystem – anwendungsfertig enthalten. Das bedeutet: anschließen, einspülen, einwirken lassen, klarspülen – fertig. CLEAN löst die Beläge in feinste Mikropartikel auf und dispergiert vorhandene Schlämme, d.h. Partikel werden gebunden und in Schwebe gebracht. CLEAN wirkt inhibierend (korrosionshemmend) auf metallischen Werkstoffen. Damit der gelöste Schmutz während der Reinigungsphase nicht im System zirkuliert, kann er über einen geeigneten Bypassfilter, wie den HENRY® HF 10 oder HF 20, mittels “Stufe 1 Grobfiltration” abgefiltert werden. Nach der Einwirkphase wird dann das System mit Weichwasser aus der mobilen Heizungswasser-Füllanlage HARDY® 100 – gründlich gespült. Damit wird konsequent Kesselstein beispielsweise gemäß ÖNORM H5195 oder VDI 2035 vermieden. Im nächsten Schritt kann die Anlage modernisiert bzw. der Kessel getauscht werden. Nach dem Aufheizen und Entlüften wird das Wasser mit der Heizungsschutzlösung LIQUID (ebenfalls im SNELLO®) gegen Korrosion und Verschlammung konditioniert.

Was ist bei der Reinigung von Bestandsanlagen zu beachten?

Ältere Heiz- und Kühlkreise haben häufig über viele Jahre aufgrund von Schmutz, Installationsrückständen und besonders durch Kalk und Korrosion z.T. Isolierende Beläge und Schlammablagerungen in der Anlage gebildet. Durch Kompressorspülungen lässt sich in der Regel nur loses Material ausspülen. Dabei besteht zudem das Risiko der Verblockung an verjüngten Stellen.

Um festhaftende Beläge zu lösen bedarf es effektiver und dennoch schonender Reinigungsverfahren. Durch das CLEAN werden die Beläge schonend in feinste Mikropartikel aufgelöst und abgesetzte Ablagerungen schwimmfähig in Schwebe gebracht. Das Produkt sollte nicht sparsam verwendet werden, da die innere Oberfläche der zu reinigenden Heiz- bzw. Kühlkreise häufig unterschätzt wird. CLEAN ist biologisch abbaubar und wirkt auf metallischen Materialien inhibierend (korrosionshemmend). Es benötigt zur Wirksamkeit geringe mechanische Bewegung und sollte mind. 6-8 Wochen in der Anlage wirken können. Im Zweifel kann es bis zu 6 Monaten unbedenklich im Heiz- bzw. Kühlkreis verbleiben.

Nach der Einwirkzeit ist es gründlich kreisweise mit Weichwasser auszuspülen.

Wann/Warum Heizungswasser filtern / Filtern nicht vergessen?

Sie können Energie und Betriebskosten reduzieren, wenn Sie mit einem Heizungsfilter nachfiltern. Diese Filter helfen auch dabei, dass die Heizungsanlage keinen Schaden durch verschmutztes Wasser nimmt, weil der zirkulierende Schmutz an der Oberfläche der Rohre schmirgelt. Sie steigern so auch die Werterhaltung der bereits vorhandenen oder auch der neu eingebauten Heizungsanlage. Durch die mikrofeine Tiefenfiltration nimmt der Heizungsfilter Mikro-Schwebstoffe aus dem Heizungswasser heraus, so dass das Wasser wieder sauber ist und die Wärmeübertragung verbessert wird. Ganz nebenbei bleiben die Schaugläser am Fußbodenheizkreisverteiler sauber und klar.

Reparaturen vermeiden durch Mikrofilter

Verschmutztes Wasser schadet der Heizungsanlage, weil unnötige Reparaturen häufiger anfallen. Durch einen Heizungsfilter wird dies reduziert und Betriebs- und Energiekosten gesenkt. Auch die bekannte Verschlammung von Fußbodenheizungen wird mit der Behandlung und dem temporären Einsatz des Heizungsfilters HENRY HF10/20 vermieden. Durch den Einbau einer Bypassarmatur läßt sich im handumdrehen der Mikrofilter anschließen und damit eine große Wirkung erreichen. Das ganze Haus wird gleichmäßig warm und die Energiekosten wieder gesenkt.

Heizungswasseranalyse

Neben der Überprüfung der mechanischen Teile sollten Planer und Fachhandwerker auch ein Augenmerk auf die Qualität des Wärmeträgers – das Heizungswasser – haben. Die Kontrollanalyse dokumentiert schlussendlich die Qualitätsarbeit. Für den Anlagenbetreiber bringt die Heizungswassersanierung höhere Funktionssicherheit, geringere Energiekosten und längere Lebensdauer. Für Planer und Anlagenbauer höhere Kompetenz, Betriebssicherheit und geringeres Gewährleistungsrisiko.

Schutz vor Spekulation

Wenn Ihr Heizkörper nicht mehr richtig funktioniert, die Fußbodenheizung nicht mehr richtig warm wird, muss der Sache auf den Grund gegangen werden. Klarheit bringt die Analyse des Heizungswassers durch Ihren Installateur. Dadurch erhalten Sie einen labortechnischen Nachweis des Ist-Zustandes – der Qualität des Heizungswassers. Die Wasseranalyse gibt es in zwei Varianten, die Problemanalyse und die Kontrollanalyse. Der Unterschied zwischen Problemanalyse und Kontrollanalyse liegt in der Ausgangssituation. Die Problemanalyse geht im Schadensfall der Ursache auf den Grund und aus den Ergebnissen werden dann entsprechende Lösungskonzepte erarbeitet. Durch die Kontrollanalyse wird die Heizungswasserqualität dokumentiert und gibt Hinweise zur ggf. notwendigen Feinabstimmung. Letztlich bestätigt die Kontrolle, ob das Heizungswasser dem Stand der Technik, also den Normen und Richtlinien entspricht, was häufig im Schadensfall als Grundlage für Garantien dient.

Die Aussagekraft der Analysen ist an verschiedene Bedingungen geknüpft:

  • Die zur Verfügung stehenden Informationen der betroffenen Anlage sind entscheidend für die strategisch richtige Lösungsfindung und sollten in einem Infobogen erfasst werden.
  • Die Probennahme erfolgt ohne Klarspülung direkt in den Probenbehälter, damit die Korrosionselemente untersucht werden können.
  • Die Analyse sollte in zertifizierten Messverfahren nach DIN EN ISO durchgeführt werden, damit sie auch als rechtsverbindlicher Nachweis zu werten ist.

Problemanalyse

Bei Störungen und im Schadensfall

Funktioniert Ihre Heizungsanlage nicht mehr richtig oder gar nicht, klemmen Pumpen und Ventile…? Dann empfiehlt sich die Problemanalyse. Diese Wasseranalyse geht den Ursachen auf den Grund. Zur richtigen Bewertung müssen aussagefähige Informationen über die Anlage zusammen getragen werden. Neben den verbauten Werkstoffen, ist auch die Größe, das Alter und das Anlagenvolumen von Bedeutung. Aus den Ergebnissen der Wasseranalyse und den vorliegenden Informationen über die Heizungsanlage, erarbeitet der Experte zielgerichtete Lösungen. Der Heizungswasser-Experte stellt die ca. 15 Analysenwerte in Zusammenhang mit den verbauten Materialien. Hierbei werden neben den chemischen Werwassten auch die physikalischen und sensorischen Werte mit den Richtwerten verglichen. Die Problemlösung umfasst den Analysebericht, den Befund und die Erläuterung, sowie die Lösungsbeschreibung.

Kontrollanalyse

Eine häufige Ursache einer nicht funktionierenden Heizungsanlage können Unstimmigkeiten im Heizungswasser sein. Denn Heizungswasser besteht aus verschiedenen Elementen, die in Verbindung mit Sauerstoff und den Heizungswerkstoffen reagieren können. Zum Beispiel soll das Heizungswasser einen bestimmten pH-Wert haben und das Heizungswasser mit allen Materialien verträglich sein. Allein schon aus diesem Grund machen Kontrollanalysen Sinn. Die Kontrollanalyse ist eine Wasseranalyse zur Feinabstimmung des Heizungswassers und dokumentiert die einwandfreie Qualität. Gleichzeitig ist diese Wasseranalyse ein erforderlicher Nachweis im Schadensfall, um Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können. Egal ob bei der Aufbereitung von Neuanlagen (Vorbeugung gemäß Stand der Technik) oder bei Altanlagen nach einer durchgeführten Heizungswassersanierung (Problemlösung). Die Kontrollanalyse wird in der Regel nach einer durchgeführten Wasseraufbereitung durchgeführt. Hierbei wird neben der Überprüfung der erfolgreich durchgeführten Heizungswassersanierung/ Lösungsbeschreibung auch der Korrosionsschutzfaktor berechnet und im Betriebsprotokoll Heizungswasser festgehalten.

Erfahrungen & Bewertungen zu HANNEMANN WASSERTECHNIK DEUTSCHLAND GMBH