Warmwasser-Heizungsanlagen • Hannemann Wassertechnik

Warmwasser-Heizungsanlagen

Bei Warmwasser-Heizungsanlagen ist die Gefahr der Schäden infolge Steinbildung durch die im Vergleich zu Trinkwassererwärmungsanlagen geringere Menge an Erdalkali- und Hydrogencarbonat-Ionen begrenzt.

Trotzdem hat die Praxis gezeigt, dass in Abhängigkeit

  • von der Gesamtheizleistung einer Warmwasser-Heizungsanlage,
  • vom spezifischen Anlagenvolumen (Liter Nenninhalt/Heizleistung; bei Mehrkesselanlagen ist die kleinste Einzel-Heizleistung einzusetzen),
  • von der Füll- und Ergänzungswassermenge und
  • von der Art des Wärmeerzeugers (z.B. Umlaufwasserheizer)

Schäden durch Steinbildung auftreten können.

Der Planer der Anlage hat folgende Angaben zu dokumentieren:

  • Summe Erdalkalien bzw. Gesamthärte (z.B. aus der Analyse des Wasserversorgungsunternehmens)
  • Anlagenvolumen, die Gesamtheizleistung und bei Mehrkesselanlagen auch die Einzelheizleistungen
  • die zugrunde gelegte Füll- und Ergänzungswassermenge während der Lebensdauer der Anlage
  • Zusätze für die Wasserbehandlung (Art und Menge)

Die nachstehenden Richtwerte für Warmwasser-Heizungsanlagen beruhen auf langjährigen praktischen Erfahrungen und  gehen davon aus, dass

  • während der Lebensdauer der Anlage die Summe des gesamten Füll- und Ergänzungswassers das Dreifache des Nennvolumens der Heizungsanlage nicht überschreitet,
  • das spezifische Anlagenvolumen größer gleich 20l/kW Heizleistung beträgt (bei Mehrkesselanlagen ist die kleinste Einzel-Heizleistung einzusetzen) und
  • alle Maßnahmen zur Vermeidung wasserseitiger Korrosion nach VDI 2035 Blatt 2 getroffen wurden.

In einzelnen Wasserversorgungsgebieten kann das Wasser so beschaffen sein, dass trotz Überschreiten der Richtwerte die abscheidbare Calciumcarbonat-Menge unkritisch ist. In den Fällen können unter Umständen weitergehende Maßnahmen entfallen, wenn der Nachweis nach Anhang C geführt wird.

In den Fällen, in denen

  • die Summe Erdalkalien aus der Analyse des Füll- und Ergänzungswassers über dem Richtwert liegt bzw. der Nachweis nach Anhang C nicht erbracht werden konnte oder/und
  • höhere Füll- und Ergänzungswassermengen zu erwarten sind oder/und
  • das spezifische Anlagenvolumen <20 l/kW Heizleistung beträgt (bei Mehrkesselanlagen ist die kleinste Einzel-Heizleistung einzusetzen) beträgt,

ist vorzugsweise zu enthärten bzw. eine der anderen Maßnahmen erforderlich.